Plötzlicher Todesfall

  • Vorgestern ist mein Jungsittich, der kleine Pip, unerwartet gestorben :traurig 8:.


    Morgens nach dem Aufstehen sah er ein wenig atemlos aus, weshalb ich die ganze Bande wie immer ins Nebenzimmer schickte, um das Sittichzimmer lüften zu können. Nach seiner Rückkehr hatte er richtig Atemnot und hielt sich ziemlich unsicher auf der Stange. Nach einer Weile setzte er sich in die Futterschüssel, frass allerdings nichts (ich nehme an, dass ihm diese Haltung das Atmen erleichterte).


    Ich habe sofort den Tierarzt angerufen, aber leider war Dr. Schneller an einem Kongress und nicht erreichbar. Bei Dr. Hagemann konnte ich erst für den Nachmittag einen Termin abmachen. Da Pip inzwischen auf der Futterschüssel sass und etwas besser aussah, ging ich zur Arbeit - und mittags, als ich nach Hause kam, lag er schon tot auf dem Käfig! :traurig 6:


    Die anderen drei sassen ganz bedrückt herum. Ich liess Pip noch eine Weile bei ihnen; als ich ihn dann wegnahm, fingen alle an zu rufen (das war so rührend!) Inzwischen scheinen sie sich damit abgefunden zu haben - sie sind aber ruhiger als sonst.


    Rückblickend bin ich mir sicher, dass ich Veränderungen bei ihm bemerkt hatte: er war grantiger zu Sunna, schlief abgesondert von den anderen (das allerdings schon länger) und vor zwei Tagen sah ich ihn auch schon in der Futterschüssel sitzen; da Merry aber oft so frisst, habe ich bloss gedacht, dass Pip es ihr nachmacht. Ich hätte nie vermutet, dass er plötzlich wegstirbt!


    Auffällig war auch, dass er in den letzten Wochen ziemlich oft von seinen Eltern herumgejagt wurde - da sie aber auch Sunna ab und zu jagen, nahm ich an, dass das zum Etablieren der Hackordnung gegenüber den Jungen gehörte. Die letzten Episoden ihm gegenüber waren aber schon aggressiver als sonst. Möglicherweise hat ihn der Stress krank gemacht, vielleicht waren sie aber auch so aggressiv ihm gegenüber, weil er schon "anders" (= krank) war.


    Der einzige Trost ist, dass er relativ schnell gestorben ist. Mir tut aber die kleine Sunna leid - sie ist jetzt alleine mit den beiden alten Granteln Merry und Pippin und hat gar niemanden mehr zum Schmusen. Ich weiss noch nicht, wie es mit ihr weitergehen soll...

  • Hoi Barbara
    erst mal, mein Beileid.
    So ein Tod eines kleinen gediederten Freundes kann einem schon nahe gehen. Ich erlebe dies auch immer wieder und weiss desshalb wovon ich rede (viele hier im Forum werden das selbe fühlen, da bin ich sicher).
    Zuerst aber folgendes:
    Deiner beschreibung nach machst du dir fast vorwürfe warum du nicht früher gehandelt hast.
    Da kann ich nur sagen: Im nachinein ist man klüger als vorher.....


    Auch bei uns habe ich mich schon gefragt "Warum hast du dieses oder das andere Zeichen nicht erkannt?"


    Durch solche selbstvorwürfe machst du dir und denn Gefiederten aber keine Freude denn wenn sowas aufkommt dann übertreibt man die Vorsorge absolut und das artet in Stress für alle aus.


    Ich sehe heute die dinge etwas anders. Der Spruch "Ein neues Leben endet immer mit dem Tod" und "Lasst uns freude haben am Leben" spielt dabei eine grosse rolle.
    Zu einem sagt dies das jedes Lebewesen irgendwann Stibt mann aber daran Freude haben soll.


    Setze nun mal das ganze auch auf deine Geierchen um--->
    - Leben Sie? Ja? Dann kommt der Tod irgendwann (so traurig das halt ist), daran kann niemand etwas ändern
    - Haben Sie freude am Leben? Ja? Dann machst du alles richtig. Nur die freude am Leben macht es Lebenswert.



    So, und nun noch etwas zum ganzen fall. Mir ist aufgefallen das du geschriebn hast:

    Zitat

    Auffällig war auch, dass er in den letzten Wochen ziemlich oft von seinen Eltern herumgejagt wurde


    Dies ist eigentlich (in gewissen Situationen) nicht ganz abnormal. Ich habe dies auch schon beobachtet. Das kann aber darann liegen das der kleine zuviel gebettelt hat und die Eltern den kleinen so erziehen wollten das er sich von ihnen "ab Nabelt". Also das verhalten muss nicht zwingend auf eine Krankheit hindeuten.
    Gleichzeitig werden, in der Brutalen Tierwelt, die schwächsten Vögel ausgestossen damitt die gesunden überleben können. Das ist ein normaler vorgang und passiert wegen des erhaltungtriebs des ganzen Schwarms (Kranke und schwache Vögel verlangsamen den Schwarm und so können Feinde diesen besser angreifen).
    Nun kommt es zum effekt das schwache und kranke Vögel ihre krankheit nicht zeigen. Der rest des Schwarms selbst merken dabei das der Kranke und schwache nicht mehr Topfit ist und wollen ihn los werden. Dabei wird der kranke gestresst was zu einem schnellen Tod führt ohne das wir Federlosen so richtig was mitbekommen.
    Das ist das Leben und gegen die Natur zu Arbeiten sollte man tunlichst lassen.


    Du machst es doch vollkommen richtig. Schau das es deinen kleinen gut geht und das diese freude am Leben haben. :glucklich 5:


    Gruss


    Harry

  • Lieber Harry


    Danke für Deine Worte. Ich mache mir zwar schon ein paar Vorwürfe, aber "im normalen Rahmen" (wie das halt so ist: die Hauptgedanken sind schon vernünftig, aber die kleinen fiesen Nebengedanken pieksen doch ab und zu).


    Ich denke auch, dass ich nicht mehr hätte tun können - so wie Pips Zustand war, hätte er den Transport zum Tierarzt wahrscheinlich nicht überlebt... und DANN hätte ich mir ganz bestimmt Vorwürfe gemacht, weil ich ja wieder "schuld gewesen wäre"! Von dem her ist es schon "richtig" gelaufen - inzwischen habe ich auch dazu gelernt und lasse den Geierchen lieber ihre Ruhe, als sie zu Tode zu stressen. Es ist halt auch ein Unterschied, ob die Piepser handzahm sind oder - wie meine - nur schon beim Füttern hysterisch werden (seufz).


    Das mit dem Abnabeln hatten sie allerdings schon länger hinter sich, Pip hat schon seit Monaten nicht mehr gebettelt. Von dem her glaube ich eher an die Theorie mit dem Schwächsten. Ich werde Pip aber noch untersuchen lassen (so leid mir das tut) - nur schon, um Aspergillose oder einen Infekt auszuschliessen.


    Interessanterweise ist die Stimmung - obwohl die Alten Sunna auch ein wenig zurechtweisen - viel entspannter als vorher. Vorher ist sogar der ganze Schwarm zu mir herübergeflogen, etwas, das sie schon lange nicht mehr gemacht haben. Und im Moment sitzen sie ganz gemütlich nebeneinander auf der Stange. Mal sehen, wie es weiter geht...

  • Ich habe Pip ans Veterinärmedizinische Institut in Zürich geschickt und sie haben festgestellt, dass er an einer Lungenentzündung gestorben ist. Pilze und Tuberkulose haben sie zwar ausgeschlossen (wenigstens das), aber leider haben sie nicht ermittelt, was genau nun die Ursache war - ich weiss also nicht, ob die anderen Piepser auch betroffen sind und wie es behandelt werden müsste :traurig 3:.


    Ich habe dann in Zürich angerufen und bekam zu hören, dass z.B. Bakterien, Viren oder reizende Stoffe (z.B. Teflondämpfe) der Grund gewesen sein könnten - wobei zumindest im letzteren Fall eigentlich alle Vögel betroffen gewesen sein müssten (ausserdem passe ich höllisch auf, wenn ich koche oder den Backofen anstelle, seit ich gelesen habe, was das anrichten kann).


    Momentan weiss ich also nicht viel mehr und es bleibt wohl nichts anderes übrig, als die anderen Piepser zu beobachten und zu hoffen, dass sich das Ganze nicht wiederholt... :traurig 11: